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Unklar, aber auch nicht ausgeschlossen

Verwirrung durch Studie zum Nutzen von Zahnspangen


Bildcopyright: Robert Kneschke / Fotolia-ID: 32156730

1,1 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen jeweils in den Jahren 2016 und 2017 für kieferorthopädische Behandlungen mit Zahnspangen ausgegeben. Zu Beginn des Jahres sorgte eine Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums für Wirbel. Es ging um die Frage, ob die große Zahl an kieferorthopädischen Versorgungen mit Zahnspangen in Deutschland sinnvoll ist oder nicht. 

Die Gutachter kamen zu dem Schluss, dass ein langfristiger Nutzen nicht belegt ist, was manche Zeitung zu Titeln wie „Abzocke mit Zahnspangen“ verleitete. Das Gesundheitsministerium hat dazu zwischenzeitlich klargestellt, dass es nicht an der Notwendigkeit zweifele. In der Studie kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die Datengrundlage derzeit nicht ausreicht, um diese Frage abschließend zu bewerten. Dass Zahnspangen Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis verringern, kann zwar nicht belegt werden, ist aber demnach auch nicht ausgeschlossen. Dafür konstatieren die Studien-Autoren, dass sich Zahnfehlstellungen sowie die Lebensqualität der Patienten durch diese Behandlung verbessern. Das Ministerium verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Nutzen einer Therapie nicht vom Gesetzgeber, sondern durch den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen bewertet wird.