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  • Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Ende des vergangenen Jahres ist eine Revolution digitaler Gesundheitsakten an den Start gegangen...


Copyright: BKK W&F / Florian Funck Fotografie

Ausgelöst durch Plattformen wie die auch von der BKK W&F unterstützte Gesundheitsakte Vivy glimmt derzeit abseits aller berechtigen datenschutzrechtlichen Anforderungen ein echter Funken Hoffnung auf, die riesigen Potenziale der Digitalisierung endlich für die Versorgung nutzbar zu machen.

Für ein erfolgreiches Gelingen muss aber nicht nur die technische Infrastruktur stehen, in die bislang mehr als 565 Millionen Euro an Beitragsgeldern investiert wurden. Auch wir Krankenkassen, Krankenhäuser und die vielen niedergelassenen Mediziner und sonstigen Leistungserbringer müssen mitmachen. Wesen­tlich dabei ist die Motivation. Auch Mediziner müssen also selbst überzeugt sein, dass mit der Digitalisierung für sie Vorteile entstehen. Hier hakt es derzeit noch. Dabei hält die Digitalisierung viel Potenzial bereit. Neben finanziellen Einspareffekten entstehen vielfältige Möglichkeiten, Patienten besser zu helfen als bisher. Beispielsweise durch einen Blick auf aktuelle Werte, die automatisiert übertragen werden und dem Chroniker einen unnötigen Weg zum Arzt ersparen. Oder die Vermeidung von Doppeluntersuchungen durch eine lückenlose und schnell verfügbare Dokumentation. Eine stärkere digitale Ver­netzung aller Akteure bietet zudem die Chance, auch in ländlichen Regionen die Versorgungs­strukturen einer Großstadt anzubieten. Auch dafür ist der deutschlandweit noch immer zu schleppende Ausbau schneller Datenleitungen notwendiger denn je.

In diesem Wandel dürfen gerade mittelständische Arztpraxen nicht alleine gelassen werden: hier sitzt heute der von vielen bürokratischen Verwaltungstätigkeiten gestresste Arzt und nimmt aus Zeitmangel nur die erste Bewertung seiner Kassenärztlichen Vereinigung zur Kenntnis: „Kommt ein Patient mit einer Gesundheitsakte zu einem anderen mit- oder weiterbehandelnden Arzt, besteht keine Verpflichtung, diese zum Teil umfangreichen Daten auszuwerten oder zu nutzen.“ Puh! Glück gehabt. Problem erledigt. Weitermachen wie bisher. Kein Wort über Chancen. Kein Angebot für Weiterbildung. Hier muss eine Lücke gefüllt werden. Denn die enormen Aufwendungen in die technische Infrastruktur der sogenannten Telematik wurden nicht gemacht, um dem Patienten ein Spielzeug in die Hand zu geben. Gesundheitsakten bieten Patienten stattdessen künftig vielfältige Möglichkeiten, auf Augenhöhe mitzusprechen, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Ärztinnen und Ärzte brauchen hier Hilfestellungen durch eine zentrale Stelle, die sie organisatorisch begleitet und die Vorteile der Digitalisierung offensiv erklärt. Etwas, dass Versicherte für Ihre Beiträge auch erwarten dürfen.

Ein sonniges Frühlingserwachen wünscht Ihnen

Björn Hansen
Vorstand

P.S.: Fragen, Anregungen, Kritik? Ihre Meinung ist mir wichtig. Schreiben Sie mir an bjoern.hansen@remove-this.bkk-wf.de.


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