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Hochsaison für Zecken

Bis in den Spätherbst aktiv – wie man sich am besten schützt


Bildcopyright: svetikd / iStock-Fotografie-ID: 473247794

Mit den steigenden Temperaturen hat auch die Zeckensaison wieder begonnen. Damit steigt das Risiko, sich mit Krankheiten zu infizieren, die von Zecken übertragen werden.

Ob bei der Gartenarbeit, beim Grillen auf der Wiese oder beim Parkspaziergang, die achtbeinigen Blutsauger lauern nicht nur auf Bäumen den Waldspaziergängern auf. Sie leben meist in Gräsern, Hecken oder im Unterholz. Für die meisten Menschen sind Zecken kleine Vampire, für Biologen sind sie Spinnentiere. Weltweit sind über 800 Zeckenarten bekannt, von denen 20 Arten in Deutschland heimisch sind. Der bekannteste Vertreter bei uns ist der Holzbock. Die blutsaugenden Parasiten sind mit einem Stechrüssel mit Widerhaken ausgestattet. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Zecken auf hohen Bäumen sitzen und sich gezielt auf Menschen herabfallen lassen. Sie leben vorwiegend auf Gräsern, auf Farnkraut oder auf der Unterseite von Blättern und Büschen. Wenn sie einen Wirt ausgemacht haben, lassen sie sich fallen und suchen eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Beim Menschen sind dies vorwiegend der Bereich der Achselhöhlen oder der Schamgegend.

Darum sind Zeckenstiche so gefährlich

Der Stich selbst ist kaum spürbar. Da mit dem Eindringen des Rüssels gleichzeitig ein schmerzstillendes Sekret abgegeben wird, ist an der Stichstelle oft nur eine kleine Rötung sichtbar. Doch Zecken können durch ihren Stich mehrere Krankheiten übertragen. Wenn Sie einen Urlaub in einem Gebiet planen, in dem vermehrt Zecken auftreten, dann sollten Sie sich vorher impfen lassen. Die in Deutschland erhältlichen Schutzimpfungen schützen nur gegen die eher seltene Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Einen Impfstoff gegen die deutlich häufigere Borreliose gibt es noch immer nicht.

FSME: Ursache und Symptome

Die FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecke und werden beim Stich direkt auf das Opfer übertragen. Zunächst reagiert der Patient mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Die Symptome gleichen einer Sommergrippe. Bei einem Teil der Infizierten kann das zentrale Nervensystem befallen werden. Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifheit ist die Folge. Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis), Folgeschäden sind dann nicht auszuschließen. Sie kommt vorwiegend in sogenannten Endemie-Gebieten vor. In Deutschland zählen dazu vor allem Bayern, Baden-Württemberg und der Süden Hessens.

100-fach häufiger: Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die von sogenannten Borrelien ausgelöst wird. Sie befinden sich im Mitteldarm der Zecke und gelangen erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Wirt. Die Borreliose kommt in allen gemäßigten Klimazonen vor und tritt 100-fach häufiger auf als die FSME. Sie ist schwerer zu diagnostizieren. Zu häufig ähneln die Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen denen anderer Krankheiten. Ein charakteristisches Merkmal der Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Einige Tage nach einem Zeckenstich wird um die Einstichstelle eine Rötung sichtbar. Wird die Borreliose nicht erkannt und behandelt, kann ein chronisches Stadium mit Befall der Haut, der Gelenke und des Nervensystems auftreten.

Tipp: Mit Zecken­karte entfernen

Am sichersten ist es, die Zecken von einem Arzt entfernen zu lassen. Da der Weg häufig zu lang ist und man keine Zeit verlieren sollte, kann man mithilfe einer speziellen Zeckenkarte oder Pinzette auch selbst aktiv werden. Dabei sollte man den Para­siten möglichst dicht über der Haut anpacken und ihn dann gerade nach hinten herausziehen. Das Tier darf dabei nicht gequetscht werden. Nach dem Entfernen der Zecke sollte die Stelle mit einem Desin­fektionsmittel betupft werden. Die BKK W&F stellt Ver­sicherten gerne eine kostenfreie Zeckenkarte zur Verfügung (solange der Vorrat reicht). Fordern Sie diese einfach bei uns an.


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