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Gesünder leben dank Tracking?

Was „Wearables“ bewirken


Bildcopyright: Vesnaandjic / iStock-Fotografie-ID: 599502346

Der Sommer läuft mittlerweile auf Hochtouren. Für viele Menschen trotz schweißtreibender Temperaturen die Zeit, um den Winterspeck mit Sport zu abzutrainieren.

Um die Motivation zu steigern oder den sportlichen Erfolg zu messen, werden dabei immer häufiger Fitness-Armbänder, sogenannte Wearables, verwendet. Mit ihnen lassen sich Schritte zählen, der Puls oder der Schlafrhythmus aufzeichnen. Einer Umfrage von Bitkom Research zufolge nutzte schon 2016 jeder dritte Bundesbürger einen Tracker - Tendenz steigend. Aber machen sie den Träger auch gesünder?

Wearables sind kleine Computer-Systeme, die eng am Körper getragen werden (wearables = Tragbares), beispielsweise in Form von Fitness-Armbändern oder Uhren. Ihre Aufgabe ist es, das eigene Verhalten durch Messung und Auswertung von Gesundheitsdaten zu beurteilen. Auch wenn es zu den Auswirkungen noch keine repräsentative Studie gibt, wollten es vier Studierende des Studiengangs Management und Ökonomie im Gesundheitswesen (B. A.) der Hochschule Fresenius in Köln im vergangenen Jahr genauer wissen: Sie wollten klären, ob Wearables nur ein Mode-Gag sind oder tatsächlich Ausdruck eines sich verändernden Umgangs und Verständnisses von Gesundheit. Dazu wurden über 500 Personen online befragt.

Mehr Gesundheitsbewusstsein, gleiches Wissen

Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien. Demnach verhalten sich Nutzer von Wearables eher gesundheitsbewusst, also sportlich aktiver und auch stärker auf eine ausgewogene Ernährung achtend als Personen, die keine Tracker verwenden. Die Nutzer gaben dabei mehrheitlich an, dass sich ihr Gesundheitsverhalten deutlich verbessert hat, seitdem sie ein Wearable nutzen. Frauen waren dabei häufiger von den positiven Effekten der Wearables überzeugt als Männer. Trotz des Erfolgs blieben die Nutzer offenbar motiviert. Sie hatten weiterhin vor, noch mehr Sport zu treiben und stärker auf ihre Gesundheit zu achten als Nicht-Nutzer, die eher mit ihrem Gesundheitszustand zu­frieden waren.

"Erstaunlich ist jedoch, dass Träger von Wear­ables - obwohl sie Daten und Informationen als Grundlage für ihr gesundheitsverhalten nutzen - nicht generell über mehr Gesundheits­wissen verfügen", erklärt Prof. Dr. Thomas Teyke, Studiendekan an der Hochschule Fresenius und Verantwortlicher der Studie. "Nutzer kennen zwar häufiger ihren Blutdruck, aber Blut­zucker- und Cholesterinwerte sind nur etwa jedem fünften Nutzer bekannt und damit nicht häufiger als den Nicht-Nutzern." Besonders schlecht schneiden Personen ab, wenn sie nach Krankheitsrisiken befragt werden: Weniger als jeder sechste Befragte kennt die Hauptrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weniger als jeder Zehnte kennt die Risiken für die Entstehung von Lungenkrebs - unabhängig davon, ob sie ein Wearable tragen oder nicht. "Die Studie zeigt, dass die Kenntnis über gesundheitliche Risikofaktoren generell schlecht ausgeprägt ist", so der Gesundheitsökonom.

GPS, SOS-Notruf & Co - Wearables können noch viel mehr

Über gesundheitliche Aspekte hinaus haben Wearables viele weitere spannende Funktionen. Dazu gehört beispielsweise das Tracking des Aufenthaltsorts und damit auch die Nachvollziehbarkeit einer konkreten Lauf- oder Walking-Strecke. Für die Sicherheit von Kindern können daran anknüpfende Funktionalitäten wie GPS-Ortung des Kinds durch die Eltern oder die Möglichkeit eines SOS-Notrufs an die Eltern sehr interessant sein, da es mittlerweile auch sehr stylische Modelle für Heranwachsen­de gibt.

Datenschutz - darauf sollte man achten

Gerade weil sowohl Gesundheits- als auch Standortdaten sehr persönlich sind, sollte man neben Leistungsmerkmalen, Preis und ­Design bei der Auswahl eines Fitness-Trackers auch auf Unterschiede im Umgang mit Daten achten. Vor der ersten Nutzung sollten Datenschutzbedingungen angezeigt werden. Wird diese Möglichkeit vom Anbieter nicht gegeben, sollten Sie auf eine Nutzung verzichten. Achten Sie zudem darauf, dass die optionale Verbindung zwischen Wearables bzw. Fitness-Tracker und einem Smartphone nur bei Bedarf aktiviert wird. Und informieren Sie sich, ob der Anbieter für die Datenübertragung eine Verschlüsselungstechnik benutzt. Viele der Geräte ermöglichen zudem die Option, dass Sie Ihre gewonnenen Daten mit Freunden in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter teilen können. Seien Sie sich bewusst, dass Sie damit sen­sible Daten veröffentlichen und auch Unternehmen wie Facebook und Co. dann Zugriff auf Ihre Gesundheitsdaten haben.

Tipp: PDF-Ausgabe

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in der PDF-Ausgabe.

 


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