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Faszination Internet

Wenn die Online-Welt überhandnimmt


Bildcopyright: Lena Batkova / iStock-Fotografie-ID:1130702191

Das Internet ist aus unserer heutigen Welt kaum mehr wegzudenken. Nicht nur in Deutschland geben jedoch immer mehr Menschen an, einen problematischen Umgang mit dem Internet zu pflegen. Psychologinnen und Psychologen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben mit GET.ON Offline ein Trainingsprogramm entwickelt, um Menschen zu helfen, die selbst erkennen, dass ihr Wohlbefinden unter einer hohen Nutzung des Internets leidet. Was das Training bringt, soll nun in einer Studie untersucht werden, für die noch Teilnehmer gesucht werden.

Noch schnell ein Foto posten, eine Nachricht beantworten, einen Kommentar teilen: Viele Menschen leiden häufig unter einer unkontrollierten Internetnutzung oder wünschen sich, weniger Zeit online zu verbringen. „Das Internet ist inzwischen ein Dauerbegleiter. Ist die Nutzung nicht möglich, kann es zu Symptomen wie Unruhe und depressiven Verstimmungen kommen“, fasst Psychologin Karina Saruhanjan die Ausgangslage zusammen.

Da sich der zunehmende Kontrollverlust negativ auf das eigene Wohlbefinden, die Arbeit sowie soziale Beziehungen auswirken kann, möchte Saruhanjan im Rahmen ihrer Doktorarbeit über Internetabhängigkeit herausfinden, welche Strategien besonders hilfreich sind, das eigene Onlineverhalten wieder in den Griff zu bekommen. „Wir erfragen darüber hinaus, wie oft der Teilnehmer die Zeit online bereits reduzieren wollte, aber dabei gescheitert ist, oder gehen auf den Schlafentzug ein, der durch spätabendliches Einloggen entsteht“, erläutert Saruhanjan. Ziel des Trainings ist es dabei nicht, die Internetnutzung komplett einzustellen. „Es soll vielmehr wieder die Kontrolle über die eigene Nutzung erlangt werden, gerade weil es keine klare Grenze gibt und vielmehr entscheidend ist, welche Kon¬sequenzen sich für den Einzelnen daraus ergeben. Daher lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, hilfreiche Strategien für den Alltag anzuwenden.“

Im Einsatz von Online-Medien gegen die Online-Sucht sieht Saruhanjan keinen Widerspruch: „Wir setzen Merkmale dessen, was zur Sucht geführt hat, positiv ein – um von der Sucht wegzukommen. Das ist vordergründig vielleicht erstmal ein Widerspruch. Aber die Idee dahinter ist, dass man Betroffene dadurch besser erreichen oder begeistern kann.“

Das Programm

GET.ON Offline ist ein Online-Training, welches speziell zur Förderung kontrollierter Internetnutzung entwickelt wurde. Das Training wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) kostenfrei und anonym angeboten.

Das Training dauert zehn Wochen und umfasst sechs Trainingsmodule und ein Auffrischungsmodul, die an PC, Tablet oder Smartphone bearbeitet werden können. Bei Bedarf unterstützen kleine tägliche Aufgaben den Transfer in den Alltag. Nach Abschluss jedes Moduls erhalten Teilnehmer Feedback von qualifizierten, geschulten Psychologen, die man auch jederzeit kontaktieren kann. Darüber hinaus gibt es weitere Trainingsmodule, die wahlweise zusätzlich bearbeitet werden können.

Interesse?

Wer Interesse hat, an der Studie teilzunehmen, kann sich beim Studienteam unter klips-internetaddiction@fau.de oder unter https://www.geton-training.de/Internetsucht.php anmelden. Dort sind auch ausführliche Informationen zu den Teilnahme-bedingungen zu finden. Wichtig: Die Zahl der Teilnehmerplätze ist begrenzt.


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