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Fieber bei Babys und Kindern

Wie Eltern ihren Kindern helfen können


Bildcopyright: Ljubaphoto / iStock-Fotografie-ID: 1139039753

Fieber selbst ist keine Krankheit. Es zeigt vielmehr an, dass der Körper auf Krankheitserreger reagiert und seine Abwehrkräfte mobilisiert. Denn bei hohen Körpertemperaturen können sich Viren und Bakterien nicht so gut vermehren. Fieber ist also ein wichtiger natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, dem nicht gleich durch fiebersenkende Maßnahmen entgegengewirkt werden muss.

Was ist erhöhte Temperatur, ab wann ist es Fieber?

Von erhöhter Temperatur wird gesprochen, wenn beim Kind mehr als 37,5 °C gemessen werden und die Temperatur nicht über 38,4 °C steigt. Auch ohne wirklich krank zu sein, kann die Körpertemperatur durchaus erhöht sein – zum Beispiel, wenn Ihr Kind viel im Freien herumgetobt und Sport getrieben hat. Zu warme Kleidung oder eine zu warme Zudecke können ebenfalls eine erhöhte Temperatur hervorrufen. Das Kind hat Fieber, wenn seine Temperatur über 38,4 °C steigt. Ab 39 °C: hat es hohes Fieber. Babys, Kleinkinder und selbst schon größere Kinder bekommen viel häufiger Fieber als Erwachsene. Ein grippaler Infekt, Mittelohrentzündung oder Magen-Darm-Infekte sind nur einige der häufigen Ursachen für Fieber. Manchmal kann es auch vorkommen, dass ein Kind abends oder nachts ohne andere Krankheitszeichen fiebert und sich am nächsten Morgen bereits wieder völlig wohlfühlt.

Fieber bei Neugeborenen schon ab 38 °C

Wichtig für Eltern von Neugeborenen und sehr jungen Säuglingen ist es zu wissen, dass die Fähigkeit, mit Fieber zu reagieren, eventuell noch nicht voll ausgeprägt ist. Daher kann bei Messung „normaler“ oder nur „leicht erhöhter“ Temperaturen dennoch eine schwere Infektion vorliegen. Deshalb wird bei Säuglingen bis zum Alter von circa drei Monaten schon ab 38 °C von Fieber gesprochen. Wirkt das Kind ungewöhnlich schlapp oder teilnahmslos, mag es nicht, nur kurz oder schwach trinken oder zeigt eine veränderte Hautfärbung (blass, bläulich, rot), suchen Sie bald eine ärztliche Praxis auf.

Wie kann man Fieber beim Kind erkennen?

Wenn Ihr Kind fiebert, können Sie dies meist schon an rein äußerlichen Merkmalen feststellen: Das Gesicht ist heiß und gerötet, die Haut ist kühl und blass, die Augen wirken müde. Manche Kinder sind auch quengelig, schläfrig oder verweigern die Nahrung. Manchmal sind Kinder aber auch trotz des Fiebers „gut drauf“ und guter Laune. Ein solches Kind gibt sicher weniger Anlass zur Sorge, als wenn es insgesamt einen kranken Eindruck macht.

Fieber bei Kindern richtig messen

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind Fieber hat, sollten Sie sich sofort Gewissheit verschaffen und die Körpertemperatur messen. Am besten hierfür geeignet sind digitale Fieberthermometer oder Infrarotthermometer, die innerhalb kurzer Zeit das Messergebnis anzeigen. Da die Hauttemperatur nicht gleich der Körperinnentemperatur ist, wird an bestimmten Stellen die Temperatur gemessen, die näher am Körperinneren sind: im Po, im Gehörgang, im Mund oder bei älteren Kindern unter dem Arm.

Für möglichst genaue Werte empfehlen Ärzteverbände, die Körpertemperatur bei Säuglingen und Kleinkindern im Po (rektal) zu messen. Dabei ist ein vorsichtiger Umgang mit dem Thermometer wichtig, damit es schmerzfrei ist:

  • Legen Sie das Kind in eine entspannte Lage auf den Rücken oder auf die Seite.
  • Geben Sie ein wenig Creme auf die Spitze des Thermometers und führen es dann vorsichtig etwa ein- bis maximal zwei Zentimeter in den Po (After) ein.
  • Nach etwa einer bis anderthalb Minuten, bzw. wenn das Signal ertönt, können Sie das Thermometer wieder langsam herausziehen und die Temperatur ablesen.

Manche Kinder empfinden dieses kurze Messen als unangenehm. Sprechen Sie beruhigend mit Ihrem Kind und erklären Sie ihm, was Sie tun und weshalb. Versuchen Sie, es während des Messens mit einem Spielzeug oder einer Geschichte abzulenken.

Alternativ kann die Temperatur auch mit einem speziellen Ohrthermometer im Gehörgang (am Trommelfell) gemessen werden. Hier ist aber zu beachten, dass eine ganz ge naue Handhabung und gewisse Übung erforderlich ist, um Fehlmessungen mit dem Infrarotstrahl des Geräts zum Beispiel durch Ohrenschmalz oder Zugluft zu vermeiden. Die Geräteanweisung ist daher genau zu beachten. Bei Säuglingen wird das Messen durch den noch engen Gehörgang erschwert.

Das Fieber im Mund messen – erst bei älteren Kindern

Messungen im Mund sind erst dann möglich, wenn Kinder den Mund beim Messvorgang zuverlässig schließen und durch die Nase atmen können – schwierig bei verstopfter Nase. Das Kind darf auch nicht auf die Thermometerspitze, die unter die Zunge geführt wird, beißen. Daher sollte erst ab circa 5 bis 6 Jahren im Mund gemessen werden. Messungen unter der Achsel sind im Kleinkindalter oft zu ungenau. Im Schulalter kann die Spitze des Thermometers dann meist schon zuverlässig in die Achselhöhle gehalten werden. Dem Messergebnis müssen dann noch 0,5 °C hinzugerechnet werden, beispielsweise beträgt dann bei abgelesenen 37,8 °C die Körpertemperatur 38,3 °C.

So helfen Sie Ihrem fiebernden Kind

In der Regel fühlen sich fiebernde Kinder schlapp und elend und sind am besten im Bett aufgehoben. Es versteht sich von selbst, dass Ihr Kind nun möglichst viel Zuwendung und Aufmerksamkeit braucht. Worauf sollten Sie sonst noch achten:

Trinken: Kinder verlieren bei erhöhter Temperatur und Fieber viel Flüssigkeit. Es ist deshalb deshalb besonders wichtig, dass Ihr Kind viel trinkt, damit der Körper nicht austrocknet. Bieten Sie ihm etwa alle halbe Stunde etwas zu trinken an, am besten Tee, Säfte oder Wasser.

Essen: Oft haben Kinder keinen oder nur wenig Appetit, wenn sie fiebern. Bieten Sie Ihrem Kind leicht verdauliche Speisen, zum Beispiel Kompott an, aber zwingen Sie es nicht zum Essen.

Bettruhe: Auch wenn Ihr Kind wenig beeinträchtigt scheint, sollten Sie auf seine Bettruhe achten.

Wäsche: Wechseln Sie Bettwäsche und Handtücher häufig.

Kontrollieren Sie die Temperatur regelmäßig, vor allem, wenn Ihr Kind noch klein ist und hohes Fieber hat. Nach Möglichkeit sollten Sie es aber nicht zu häufig durch Fiebermessen stören oder aufwecken. Am besten notieren Sie den Fieberverlauf, da einige Erkrankungen mit ganz typischen Fieberverläufen einhergehen. Falls ein Arztbesuch nötig sein wird, können Ihre Notizen dem Arzt oder der Ärztin wichtige Hinweise liefern. Sobald das Fieber wieder gesunken ist, möchten die meisten Kinder aufstehen und spielen, können hierbei ihre Kräfte aber oft noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sollten Sie in den ersten Tagen darauf achten, dass Ihr Kind genügend Pausen einlegt und sich eher mit ruhigeren Spielen beschäftigt.

Fieber senken – wann ist es nötig?

Es ist verständlich, dass Sie sich sorgen, wenn Ihr Baby oder Kind Fieber hat und dadurch beeinträchtigt wird. Weil es sich um eine gesunde Reaktion des Körpers handelt, sollten Eltern das Fieber nicht sofort senken. Nur in Ausnahmefällen – wenn Ihr Kind zum Beispiel sehr unter dem Fieber leidet und zunehmend erschöpft wirkt – und möglichst erst ab einer Körpertemperatur von mehr als 39 °C (im Po gemessen) sollten Sie mit fiebersenkenden Maßnahmen beginnen.

Für Kinder geeignete Mittel, um das Fieber zu senken, gibt es in Form von Zäpfchen, Säften, Tropfen oder Tabletten, die Sie jedoch nur gemäß ärztlicher Anweisung verabreichen sollten. Das von Erwachsenen oft eingenommene Medikament Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®) sollte bei fiebernden Kindern grundsätzlich nicht angewendet werden. Vor allem bei sehr hohen Temperaturen können frische, nicht zu kalte Umschläge und Wickel an Stirn, Handgelenken oder Waden (so sie sich warm anfühlen) helfen, die Temperatur zu senken.

Wichtig: Durch die Fiebersenkung werden zwar die Beschwerden gelindert, nicht aber die eigentliche Ursache des Fiebers. Diese muss entsprechend der zugrunde liegenden Erkrankung behandelt und kuriert werden.


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