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  • Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe können Sie es nachlesen: Es gibt endlich grünes Licht für ein organisiertes Einladungsverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs. Die Vorbereitungen laufen an, im Sommer 2019 sollen die ersten Schreiben verschickt werden.


Copyright: BKK W&F / Florian Funck Fotografie

Das hatte sich der Gesetzgeber sicherlich etwas anders vorgestellt, als er im Frühjahr 2013 das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz verabschiedet hat. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten und Krankenkassen sollte daraufhin eigentlich bis Mitte 2016 eine entsprechende Richtlinie für die Umsetzung erarbeiten. Dieser Termin wurde allerdings mehrfach gerissen. Der aktuelle Gesundheitsminister Jens Spahn kommentierte dies zuletzt knapp mit den Worten: "Das ist schwer zu akzeptieren." Wohl wahr.

Ein wesentlicher Bestandteil der Reform ist die Einführung eines organisierten Screening- Programms, in dem Anspruchsberechtigte eine regelmäßige Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung erhalten. Das kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, Betriebskrankenkassen wie die BKK W&F haben bereits vor vielen Jahren ein ähnliches Verfahren eingeführt und ihren Versicherten immunologische Tests für zu Hause aktiv angeboten.

Als weitere Neuerung wurde die Altersgrenze gesenkt. Um das ebenso bedeutende Thema familiärer Risiken hat der Ausschuss aber einen großen Bogen gemacht. Obwohl unter 55-Jährige mit mindestens einem Fall von Darmkrebs bei Verwandten ersten Grades einer aktuellen Untersuchung zufolge ein 1,7- bis 4,1-fach höheres Risiko haben, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken, als Gleichaltrige ohne Darmkrebs in der Familie. Zu diesem Thema sollen nun zunächst die Ergebnisse eines regionalen Projekts in Bayern abgewartet werden.

Doch die Zeit drängt. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto größer ist auch die Chance auf Heilung: In einem frühen Stadium ist Darmkrebs sogar fast immer heilbar. Die Erkrankung entwickelt sich allerdings schleichend und wird daher oft erst spät erkannt. Daher ist es besonders wichtig, mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen. Testangebote sollten daher im Handling sein, denn je einfacher das Prozedere, umso höher die Beteiligung.

Einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen

Björn Hansen
Vorstand

P.S.: Fragen, Anregungen, Kritik? Ihre Meinung ist mir wichtig. Schreiben Sie mir an bjoern.hansen@remove-this.bkk-wf.de.


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