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Jobfood - Gesunde Ernährung mit Abnehmpotenzial für den Arbeitsalltag

"70 Prozent aller Berufstätigen essen falsch"


Bildcopyright: Milkos / iStock-Fotografie-ID: 912007252

70 Prozent aller Berufstätigen essen falsch – davon ist Sven Bach überzeugt: kein Frühstück, mittags ein Imbiss oder die Kantine und am Abend fällt der Griff zur Tiefkühlpizza allzu leicht. Dafür bezahlt man mit ein paar Kilos mehr auf der Waage. Wie es auch anders geht, verrät der Ernährungsexperte und Autor des im vergangenen Jahr erschienenen Buchs Jobfood.

Herr Bach, warum ist der Arbeitsplatz Ihrer Meinung nach der entscheidende Ernährungstatort?

Ich nutze diese provokante Bezeichnung bewusst. Denn gerade Berufstätige greifen oft zu schneller statt zu bewusster Ernährung. Morgens wird noch kurz gefrühstückt, mittags gibt es in der Kantine Schnitzel mit Pommes und zwischendurch noch ein süßes Stückchen. 

Sie sind Diätassistent, aber bekennender Gegner von Diäten. Was ist die Krux daran?

Eine klassische Diät beinhaltet ein vorgegebenes Dogma, das wir in der Regel nicht lange durchhalten. Diäten sind aber auch aus wissenschaftlicher Sicht unsinnig, da zunächst Muskelmasse abgebaut wird und eine Rückkehr zu alten Gewohnheiten schnell zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt führt. Ziel ist eine dauerhafte Neustrukturierung.

Worauf kommt es dabei an?

In meinem Praxisbetrieb habe ich viele Patienten mit unterschiedlichen Herausforderungen kennengelernt. Was ein Mensch wirklich in seiner Ernährung braucht, hängt daher von vielen Faktoren ab. Dazu gehören neben den Klassikern Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht auch die Eigenheiten der beruflichen Tätigkeit und das Freizeitverhalten. Während der Biorhythmus und damit auch der Hormonhaushalt eines Schichtarbeiters unter einem Essen zur Unzeit leidet, stellt eine vornehmlich sitzende Tätigkeit viele Büroangestellte, aber auch Vielfahrer vor andere Herausforderungen.

Wie kann man es also besser machen?

Wir dürfen zunächst einmal nicht vergessen, dass jeder ein Individuum ist. Wer einfach nicht gerne frühstückt, dem nutzt der Hinweis auf die daraus häufig resultierenden Heißhungerattacken nichts. Und einem Schokoladenfan seine größte Leidenschaft zu streichen, macht auch keinen Sinn. Ganz im Gegenteil. Man braucht diesen Anker auf dem Weg zum Wunschgewicht. Man sollte daher auf nichts generell verzichten. Es ist viel effektiver, stattdessen die Menge zu reduzieren. Ich empfehle dabei die Minus-20-Prozent-Regel. Wer beispielsweise mittags zum Hauptgericht in der Kantine über Vor- und Nachspeise mit Apfelsaft weitere 600 Kalorien zu sich nimmt, der könnte allein durch einen Wechsel auf Apfelsaftschorle mit höherem Wasseranteil und den Verzicht auf die heutige Vorspeise oder das morgige Dessert pro Tag etwa 250 Kalorien sparen. In einem Arbeitsmonat sind das dann stolze 5.000 Kalorien und rund 800 Gramm reduziertes Körperfett, also ein knappes Kilo Gewichtsabnahme. 

Die Minus-20-Prozent-Regel verändert die Menge der Ernährung. In Ihrem Buch ist als weitere Maßnahme immer wieder von Meal Prep die Rede. Was hat es damit auf sich?

Wer erst kurz vor der Pause oder direkt in der Kantine überlegt, was er essen könnte, greift meist zu Currywurst und Co. Wer schlank bleiben möchte, sollte sich von zu Hause etwas Leckeres mitnehmen. Das bedeutet aber auch: Ich muss mir am Samstag vor dem Einkaufen Gedanken machen, was ich in der kommenden Woche essen möchte, und dabei auch, was aktuell verfügbar ist, also Saison hat, gerade beim Gemüse oder Salat. Vorkochen ist aber nicht nur gesund, es spart auch Geld und ist umweltbewusst. Und wer am Sonntagabend ohne großen Aufwand einen leckeren Eintopf mit Wirsing und etwas Fleisch zubereitet, kann diesen gut auch am Dienstag noch verzehren. Wem doch einmal nach Tütensuppe oder Restaurant ist, der sollte einfach darauf achten, dass jede Mahlzeit viel Gemüse enthält. Gut zu essen im Job, kann man genauso organisieren wie die täglichen Aufgaben auf dem Schreibtisch.

 

Zur Person 

Sven Bach ist seit zwei Jahrzehnten staatlich geprüfter Diätassistent. Nach sechsjähriger Tätigkeit als Ernährungstherapeut und stellvertretender Diätküchenleiter eines Krankenhauses wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Seit 2007 führt er zwei Praxen in Stuttgart und Horb am Neckar, wo er Patienten mit ernährungsabhängigen Erkrankungen therapiert. Er war früher selbst übergewichtig und hat durch eine Gewichtsreduktion um 60 Kilogramm innerhalb von eineinhalb Jahren seine Berufung gefunden. Bach ist seit vielen Jahren regelmäßig für verschiedene Funk- und Fernsehsender als Ernährungsexperte tätig und Autor diverser Publikationen sowie Bücher rund um gesunde Ernährung, ernährungsbedingte Erkrankungen und Übergewicht.


Wie könnte ein beispielhafter Tagesplan aussehen?

Morgens je nach Größe und Geschlecht eine gute Scheibe Mischbrot, wer es süß mag, gerne mit Quark und Marmelade. Zwischendurch sind Nüsse, Joghurt oder Quark empfehlenswert. Beim Mittagessen sollte man viel auf Gemüse und Hülsenfrüchte zurückgreifen, Fisch und Fleisch 2 bis 3 mal pro Woche ist auch in Ordnung. Auf Saisongemüse setzen und regional einkaufen. Dann noch die Minus-20-Prozent-Regel beachten. Mehr muss nicht sein.

Zu guter Letzt: Wie wichtig sind Bewegung und Entspannung?

Je näher man an einen Waschbrettbauch herankommen möchte, umso wichtiger wird das Thema Bewegung. Entspannung ist demgegenüber generell sehr wichtig, da so eine geringere Menge an Stresshormonen ausgeschüttet wird, was das Abnehmen begünstigt.

Vielen Dank für das Gespräch.

"Sven Bachs Jobfood"

Die BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN verlost drei Exemplare des Buchs „Sven Bachs Jobfood“ mit vielen Rezepten für leckere Gerichte im Arbeitsalltag und nach Feierabend. Senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Buchverlosung REVISTA“ an die BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN, Bahnhofstraße 19, 34212 Melsungen oder schicken Sie uns eine E-Mail. Einsendeschluss ist der 20. April 2019.
 
Nicht teilnehmen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BKK W&F, deren Angehörige sowie Einsendungen über Gewinnspieldienste. Die Gewinner werden ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn wird freundlicherweise vom Humboldt Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt und nicht aus Beitragsmitteln finanziert. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.    


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