Inhalt

App auf Rezept?

Bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation


Ein junger Mann sitzt zu Hause auf seiner Couch vor einem Laptop und tippt etwas in sein Handy, dass er gerade auf seiner Versichertenkarte abliest.

Bildcopyright: Eva-katalin / iStockfoto-ID: 694906314

Die gesunde App auf Rezept, ist eines der wesentlichen Ziele des Gesetzes „für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (DVG). Aber was bedeutet das genau? Wir werfen ein Blick hinter die Kulissen – und zeigen, was unabhängig davon schon möglich ist.

Vorsorge – Selbstlernprogramme als Gesundheitskurs

Seit geraumer Zeit steht gesetzlich Versicherten eine wachsende Zahl an Gesundheits-Apps in Form von Selbstlernprogrammen zur Vorsorge zur Verfügung. Sie stellen eine Alternative zu Gesundheitskursen vor Ort dar und werden „Informations- und Kommunikationstechnologiebasierte Programme“ genannt. Nach ihrer Aufnahme in die Kursdatenbank der Zentralen Prüfstelle Prävention werde sie daher auch von den meisten Krankenkassen bezuschusst. „Wir als BKK W&F übernehmen hier 100 Prozent der Kosten. Wichtig ist aber auch hier die Vorlage der Musterteilnahmebescheinigung, aus der die regelmäßige Nutzung der App hervorgehen muss“, erläutert Thorben Weichgrebe, Abteilungsleiter Kundenmanagement der BKK W&F. Diese zu ergattern ist leider nicht immer ganz einfach, da nicht jeder Anbieter diese automatisch ausstellt und häufig zunächst nur eine Rechnung verschickt. Außerdem werden maximal zwei Maßnahmen der Gesundheitsförderung pro bezuschusst, zu denen auch Kurse zählen. Wurde bereits ein in der Regel aus zwei Kursen zusammengesetztes Kompaktprogramm im Rahmen einer Aktivwoche genutzt, ist zudem kein weiterer Zuschuss mehr möglich.

 

Kursdatenbank

Geprüfte Präventionskurse mit Zuschuss Ihrer BKK W&F finden Sie hier: https://bkk-wf.zentrale-pruefstelle-praevention.de/kurse/

Digitale Versorgung bislang vornehmlich über Selektivverträge

Gesetzlichen Krankenkassen standen auch vor dem DVG bereits Möglichkeiten zur Verfügung, die Digitalisierung der Versorgung konkreter Krankheiten zu erweitern. Grundlage sind hier so genannte Selektivverträge. Im Gegensatz zur Regelversorgung verhandeln die Krankenkassen dabei einzeln oder über Verbände und Arbeitsgemeinschaften mit besonders innovativen Leistungserbringern. Versicherten der BKK W&F stehen so beispielsweise die Apps „Tinnitracks“, „Spielend besser sehen“ zur Verfügung.

Das bringt das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG)

Mit dem DVG hält dieser Schwung Einzug in die bei allen Krankenkassen identische Regelversorgung: liefert eine App ausreichend Argumente für eine Verbesserung der Versorgung, kann diese künftig vom Arzt verschrieben werden – Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung inklusive. Das Gesetz ist bereits seit Dezember 2019 in Kraft. Es schafft einen Leistungsanspruch auf digitale Gesundheitsanwendungen, die zuvor eine Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhalten haben. Damit das möglichst unbürokratisch möglich ist, wurde der Zugang für Hersteller erleichtert: Nachdem die App vom BfArM auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität, Datensicherheit und Datenschutz geprüft wurde, wird sie künftig ein Jahr lang vorläufig von den gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. In dieser Zeit muss der Hersteller nachweisen, dass seine App die Versorgung der Patienten verbessert. Ist dies der Fall, kann die App dauerhaft erstattet werden.

Grundlage für den Nutzennachweis sollen „vergleichende Studien“ sein, die belegen, dass „die Intervention gegenüber der Nichtanwendung überlegen ist“. Die entsprechende Studie soll dabei innerhalb der EU, möglichst im Inland stattfinden. Kernkriterium für technische Funktionsfähigkeit soll eine CE-Zertifizierung werden. In die Liste werden zunächst nur Apps der niedrigen Medizinprodukte-Risikoklassen I und IIa, aufgenommen. Eine Verarbeitung von Daten zu Werbezwecken muss ausgeschlossen sein, darüber hinaus gelten die datenschutzrechtlichen Grundsätze der Datensparsamkeit, Zugriffskontrolle, Protokollierung und Authentisierung.

Liegen erste Vorabprüfungsergebnisse vor, wird das BfArM eine Liste zugelassener Apps auf seiner Webseite veröffentlichen. Mehr Informationen gibt es unter www. bfarm.de/DE/Medizinprodukte/DVG/_node. html

Hintergrund: Bundesinistitut für Arzneimittelsicherheit (BfArM)

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Im BfArM arbeiten rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter Ärzte, Apotheker, und Chemiker – unter anderem an der Zulassung und Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln sowie der Risikoerfassung und -bewertung von Medizinprodukten. Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist die Erhöhung der Arzneimittel- und damit der Patientensicherheit. Das BfArM hat seinen Sitz in Bonn und gehört zu den Ressort-Forschungseinrichtungen des Bundes. Es erfüllt hoheitliche Aufgaben ohne Gewinnerzielungsabsicht.


Kategorie:  
2 junge Männer und 2 junge Frauen halten sitzend ihre Hände zu einem Stern zusammen und lächeln in die Kamera.

Durchstarten von Anfang an

Rechtzeitig an die eigene Krankenversicherung denken

weiterlesen